WER ICH BIN

Der ständige Vergleich mit durchtrainierten Frauen auf Instagram

In meinem Jugendalter war ich überhaupt nicht zufrieden mit meinem Körper. Damals wusste ich nicht, was es heisst, meinen Körper zu lieben. Viel zu oft habe ich mich mit Anderen verglichen und wollte so durchtrainiert und perfekt, wie die Frauen aus der Shape Zeitschrift, aussehen. Ich war frustriert und verbrachte viel Zeit im Gym und ging jeden Morgen joggen. In der Hoffnung, dass endlich mal etwas passiert, habe ich alle möglichen Ernährungstrends, so wie Low Carb, Paleo und Vegan, ausprobiert. Ich liess mich schnell von etwas Neuem begeistern und gab jeweils 200%.  

Der Drang, mein Gewicht unter Kontrolle zu haben

Mit 20 Jahren bin ich dann zum Skilanglauf gekommen. Von Anfang an bereitete mir diese Sportart viel Spass. Doch damit war für mich nicht genug. Ich wollte mehr, ich wollte mal im Weltcup mitlaufen. Ich hatte das Gefühl, dass ich nur so etwas erreicht hätte und mich dann selbstbewusst fühlen würde. Und so hatte ich mir ein neues Ziel gesetzt und gab alles, um dieses Ziel zu erreichen. Zu dieser Zeit wusste ich immer ganz genau wie viel ich wog, wie viel % Körperfett ich hatte und was mein Ruhepuls war. Alle Zahlen unter Kontrolle zu haben, beruhigte mich und gab mir Sicherheit und die Bestätigung, dass ich gut genug bin. Ich hatte das Gefühl, nur dann perfekt zu sein, wenn ich mein Wunschgewicht erreicht hatte. Heute weiss ich, dass ich viel mehr als irgend eine doofe Zahl auf der Waage bin.

In den unzähligen Trainingsstunden des Leistungssports habe ich sehr viel von meinem Körper gefordert. Chronische Verletzungen, so wie Sehnenscheidenentzündungen, begleiteten meinen Athletenalltag. Ich fühlte mich miserabel, weil ich nichts schaffte. Ich hörte jedoch nicht auf meinen Körper, gönnte ihm keine Ruhe und so endete meine Langlaufkarriere nach einigen Jahren in einem Übertraining. Nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte. Ich hatte Mühe zu akzeptieren, dass mein Körper nicht so wollte wie ich, aber ich wurde quasi dazu gezwungen, mir Ruhe zu gönnen. Die Ruhe, nach der sich mein Körper wahrscheinlich schon lange gesehnt hatte.

 
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Wenn Perfektion zum Verhängnis wird

Weil ich dann mehr Zeit hatte, konnte ich neben meinem Masterstudium eine 50% Stellvertretung an der Schule annehmen. Ich wollte alles so perfekt wie möglich machen und hatte so kaum mehr eine freie Minute für mich. Irgendwann fühlte ich mich einfach nur noch komplett überfordert. Meine Ferien konnte ich überhaupt nicht geniessen, weil mein Körper total erschöpft war. Ich fühlte mich regelrecht gestresst und wusste nicht, wie lange ich das noch mitmachen könnte. Ich fühlte mich verloren und war hoffnungslos, wie es weiter gehen sollte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich bei meiner Naturheilärztin sass und sie mich fragte, ob ich denn ein Burnout hatte. Mir schossen Tränen in die Augen und ich wusste, dass ich etwas in meinem Leben ändern musste.

Wie mich Yoga, Meditation & Selbstliebe gerettet haben

In dieser Zeit habe ich gelernt, wie wichtig es ist, dem Körper regelmässig Auszeiten zu gönnen und ihm etwas Gutes zu tun. So bin ich immer mehr zum Yoga gekommen. Meine Leidenschaft fürs Yoga wurde immer grösser und so habe ich mich dazu entschieden, eine Yogaausbildung zu absolvieren, welche ich im Frühling 2018 abgeschlossen habe. Die Yogaausbildung war für mich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Neben vielem nützlichen Wissen über die Yogapraxis, habe ich auch viel über mich selbst gelernt.

Mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, Balance im Leben zu finden. Es geht nicht darum, jeden Tag stundenlang Yoga zu praktizieren oder eine strikte Diät zu essen. Vielmehr geht es darum, sich wohl in seinem Körper zu fühlen und auf seinen Körper zu hören. An manchen Tagen ist mein Yoga eine schweisstreibende Praxis, an anderen Tagen kann Yoga auch mal heissen, dass ich mich mit einem guten Buch in der Sonne entspanne. Ich fühle mich selbstbewusster denn je und freue mich jeden Morgen wenn ich aufwache auf mein Leben. Auch wenn ich mal gestresst bin, weiss ich, was ich tun kann, damit ich mich wieder besser fühle.

Yoga, Meditation und viel Zeit in der Natur haben mir auch geholfen, mich bewusster mit meinem Körper zu verbinden und ihn so zu lieben und akzeptieren wie er ist. Heute bin ich nicht mehr so streng mit mir selbst. Auch wenn ich mich dank einer gesunden Ernährung und viel Bewegung wohl in meinem Körper fühle, ist es auch mal ok, wenn ich Schokolade esse und nichts tue. It's all about the balance.

 
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Was ich heute mache

Sport und Gesundheit haben mich schon immer interessiert. Im Herbst 2018 habe ich meinen Master in Sportwissenschaften an der Uni Fribourg & EHMS Magglingen abgeschlossen. Danach habe ich eine Ausbildung als Health Coach bei IIN (Institute for Integrative Nutrition) gemacht, wo ich viel über Ernährung, Bewegung, Beziehungen und Spiritualität gelernt habe. Es geht nicht nur darum, sich gesund zu ernähren, sondern rundum einen gesunden Lifestyle zu leben. Für mich bedeutet das, dass ich mich regelmässig bewege, sei es mit Yoga oder einem HIIT Workout, dass ich mich gesund ernähre und aufhöre zu essen, wenn ich satt bin, dass ich mit Hilfe von Meditation und Journaling einen freien Kopf behalte und mich so liebe und akzeptiere wie ich bin.

Ich helfe nun jungen Frauen, ihren gesunden Lifestyle zu kreieren, wie man trotz einem stressigen Alltag Zeit für sich nehmen und sich zu jeder Zeit ausgeglichen fühlen kann, egal wie chaotisch das Leben im Moment ist. Ich unterstütze sie, sich wohl in ihrem Körper zu fühlen, egal was für eine Zahl auf der Waage steht oder ob man im Sitzen Bauchröllchen hat.